Über Rhetorik zum charismatischen Teamleiter

von Joel Borgol
Über Rhetorik zum charismatischen Teamleiter



Die Kunst der guten Rede findet Ihren Ursprung im alten Griechenland. Heutzutage spielt sie immer noch eine wesentliche Rolle. Für Präsentationen oder Meetings jeglicher Art ist sie im Büroalltag nicht wegzudenken. Sie ist ein wichtiger Bestandteil vieler Situationen innerhalb Ihres Büros. Auch im Umgang mit Mitarbeitern spielt sie keine unwichtige Rolle. Wir erläutern für Sie wie Sie, dank Rhetorik, zu einem charismatischen Teamleiter werden.


Was bedeutet Rhetorik überhaupt? 

Der Begriff, ‘’Rhetorik’’, leitet sich aus dem Wort, ‘’rhētorikḗ’’, ab. Er bedeutet so viel wie ‘’Redekunst’’. Tatsächlich gilt Rhetorik sowohl als Kunst als auch als Wissenschaft.


Mit gut angewandter Rhetorik ist es möglich, Menschen von einer Sache zu überzeugen oder sie für eine Sache zu gewinnen. Dies macht der Redner durch einen Monolog vor einer Zuhörerschaft oder im Dialog mit einem bzw. mehreren Gesprächspartnern. 

Der wissenschaftliche Aspekt der Rhetorik legt den Fokus auf die Anwendung von Methoden und Stilmitteln, um die Wirksamkeit eines Vortrags herauszufinden. Es geht um die Theorie und darum zu erkennen, welche Strukturen oder Systeme eingesetzt werden.

Die Rhetorik als Kunstform behandelt die Aufführung eines Vortrags vor dem Publikum. Hier geht es um Redegewandtheit, Präsenz, Charisma, Mimik und Gestik. Das Publikum soll durch die Art und Weise, wie der Rhetor spricht mitgerissen werden.


1. Eignen Sie sich einen lebendigen Sprachstil an

Eine monotone Sprechweise findet bei Zuhörern selten Anklang. Das Publikum soll und möchte durch Ihren Dialog mitgerissen und nicht hypnotisiert werden.

Spielen Sie beim Sprechen mit Ihrem Tempo, der Tonhöhe und Lautstärke. Ändern Sie je nach Emotion den Klang Ihrer Aussprache. Lassen Sie, wenn angebracht, Sprechpausen einfließen und achten Sie auf eine deutliche Betonung so wie eine klare Artikulation.

Genau wie bei einem guten Film, einem Musikstück oder einer Theateraufführung spielen die genannten Faktoren eine essenzielle Rolle. Sie entscheiden, ob Ihr Vortrag die gewünschte Wirkung beim Publikum hervorruft oder nicht. Mit einem lebendigen Sprachstil erhöhen Sie die Chance auf die gewünschte Reaktion ungemein.

Üben Sie, indem Sie einzelne Textpassagen laut vorlesen. Wiederholen Sie die Passagen und wenden Sie dabei jedes Mal eine andere Komponente an. Finden Sie heraus, wo die Grenzen liegen, indem Sie ein wenig in der Ausführung übertreiben. Üben Sie anschließend ohne vorzulesen und holen Sie sich Freunde oder Familienmitglieder als Publikum.


2. Vergessen Sie Gesicht und Hände nicht

Das gesprochene Wort ist alleine schon ein sehr starkes Instrument, um Menschenmassen zu bewegen. In Verbindung mit der dazugehörigen Gestik und Mimik können Sie den höchstmöglichen Eindruck bei der Hörerschaft hinterlassen.

Ihre Gesichtsausdrücke sollten mit Ihren Worten harmonieren. Je nachdem worüber Sie sprechen, sollte sich Ihr Gesicht aufhellen oder verdunkeln, sollten Sie lächeln oder Trauer zeigen. Die Wiedergabe von Emotionen ist wichtig, um das Publikum zu gewinnen.

Durch Gestik können Sie jede Ihrer Aussagen bildlich unterstreichen. Das Erzählte wird für Ihre Zuhörer noch greifbarer und sie können sich ein klareres Bild von dem was Sie sagen machen.

Auch Gestik und Mimik können Sie trainieren. Übertreiben Sie auch hier am Anfang, damit Sie für sich sehen, wo die Grenzen liegen. Nach einiger Zeit werden Gestik und Mimik mit Ihrem Dialog Hand in Hand gehen. 


3. Ein Blick sagt mehr als tausend Worte

Ein weiteres wichtiges Element der Rhetorik ist der Augenkontakt mit Ihren Zuhörern. Jedoch spielt auch hier, wie bei der Anwendung von Mimik und Gestik, der richtige Moment eine grundlegende Rolle. Wann ist aber der richtige Moment um den Blickkontakt mit einer Person zu suchen?


Die Zeitspanne, in der Sie eine Person angucken können liegt in der Regel zwischen 4 und 7 Sekunden. Dementsprechend sollten Sie bei kürzeren Sätzen nur eine Person anschauen. Sie werden merken, dass Menschen es für unsouverän und wenig überzeugend halten, wenn Sie Ihren Blick innerhalb eines Satzes schweifen lassen.

Den Blickkontakt wechseln Sie am besten, wenn Sie eine Sprechpause machen. Auch hier heißt es wieder den richtigen Moment abpassen. Sie schaffen mit einem bewussten Wechsel weitaus mehr Eindruck als mit einem zufälligen. Hier gilt auch: Übung macht den Meister. Sie werden schnell merken wie sehr Blickkontakt Ihre Präsenz erhöht und Ihren Worten mehr Gewicht gibt.

In Einzelfällen können Sie einen Blick auch länger halten. Für die betroffene Person mag es unangenehm werden, aber auf das restliche Publikum verstärkt es Ihre Überzeugungskraft. Sie sollten dies aber für wichtige Momente aufheben, da Sie nicht aufdringlich wirken wollen.


4. Setzen Sie eine Pause, aber gewusst wie

Sprechpausen gehören auch zu den wichtigen Instrumenten der Rhetorik. Während einer Sprechpause sind lange gezogene „Äh’s“, „Ehm’s“ oder „Hm’s“ nicht angebracht.

Eine Sprechpause kann zwischen zwei Sätzen stattfinden, genauso wie Sie zwischen zwei Wörtern, innerhalb eines Satzes stattfinden kann. Sie soll dem Publikum die Möglichkeit geben, das Gesagte zu verarbeiten. Eine gut platzierte Pause steigert die Wirkungskraft Ihres Dialogs um einiges. 

Die Wahrnehmung des Redners und des Publikums ist oftmals grundverschieden. Momente, die für Sie lange dauern, fühlen sich für das Publikum nur wie ein Augenblick an. Zählen Sie langsam bis drei, wenn Sie eine Pause machen. Für Sie, ist es eine halbe Ewigkeit, jedoch ist es für das Publikum angenehm. Wenn Sie die Pause nicht wirken lassen wird das Publikum sie kaum wahrnehmen.

Nutzen Sie Pausen, um Ihrer Zuhörer zu führen und es zu packen. Wie die bisher genannten Instrumente können Sie auch den Einsatz von Pausen üben, bis Sie ein Gefühl dafür bekommen. In Kombination mit Gestik und Mimik sind Sprechpausen ein wirksames Mittel, um das was Sie sagen wollen den Zuhörern näherzubringen.

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5. Der Schlüssel zu erfolgreicher Rhetorik sind Emotionen

Um eine echte Verbindung zu Menschen aufzubauen und sie letztendlich zu überzeugen, müssen Emotionen bei Ihnen erzeugt werden. Sie als Rhetor müssen Emotionen zeigen. Nun ist es so, dass uns gelehrt wird, dass Emotionen im Arbeitsalltag keinen Platz haben. Allerdings hat nichts mehr Überzeugungskraft wie Emotionen, die richtig platziert sind.

Emotionen zu zeigen macht Sie menschlicher und nahbarer für das Publikum. Sie schaffen einen Draht, durch den Sie das, was in Ihnen vorgeht, teilen können. Jeder gute Rhetor bewegt Massen, indem er sie emotional berührt und Sie durch seine Stimme sowie Körpersprache durch seinen Dialog führt. 

Neben der Körpersprache ist die Stimme das wichtigste Instrument, um Emotionen zu übermitteln. Bevor Sie etwas sagen sollten, Sie sich selbst fragen, was die jeweilige Thematik in Ihnen auslöst. Dieses Gefühl lassen Sie in Ihren Dialog einfließen. In Verbindung mit der entsprechenden Körpersprache haben Sie den Schlüssel zum Herzen Ihrer Zuhörer.

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6. Pflegen Sie eine klare Struktur in Ihren Präsentationen

Bevor Sie eine Präsentation vortragen, sollten Sie eine nachvollziehbare und klare Struktur aufstellen. Sie werden Ihre Zuhörer im Laufe der Präsentation verlieren, wenn Sie wahllos von einem Punkt zum anderen springen.

Eine Präsentation besteht in der Regel aus drei Teilen: eine Einführung, gefolgt von einem Hauptteil und eine Zusammenfassung zum Abschluss. Widmen Sie während der Vorbereitung jedem Teil genügend Zeit, da jeder eine wichtige Rolle für den Erfolg Ihrer Präsentation spielt. Machen Sie nicht zu viele Unterpunkte. Die Aufmerksamkeit des Publikums ist für jeden einzelnen Punkt begrenzt.

Eine strukturierte Präsentation unterstützt Ihre Rhetorik. Sie werden selbstbewusst in der Aussprache, Gestik und Mimik sein, wenn Sie genau wissen, worum es geht und einen gegliederten Ablaufplan haben.


7. Weniger ist manchmal mehr

Werden Sie sich darüber klar, welche Aussagen Sie mit Ihrer Präsentation weiter geben möchten. Trimmen Sie diese auf 2 bis 3 Nachrichten runter. Sie senken den Mehrwert Ihres Vortrags drastisch, wenn Sie ihn mit zu vielen Aussagen überfüllen.

Es gilt: weniger ist mehr und Qualität vor Quantität. Menschen schalten ab einen gewissen Zeitpunkt den Kopf aus, wenn zu viel auf einmal auf Sie zukommt. Definieren Sie was Sie weiter geben möchten. Das hilft Ihnen auch für sich nochmal festzulegen, was Sie eigentlich erzählen möchten. Zudem können Sie Ihre Präsentation viel zielorientierter gestalten.


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