So verhilft Ihnen die richtige Morgenroutine zu einem besseren Alltag

von Jette Neubert
Die richtige Morgenroutine senkt Stress

Unser Alltag ist oft hektisch, wodurch wir uns gestresst fühlen und manchmal auch überfordert. Hält dieser Zustand längere Zeit an, kann dies sogar zu gesundheitlichen Problemen führen. Aber auch, wenn es so weit nicht kommt, kann zu viel Stress andere negative Auswirkungen haben. Es fällt uns zunehmend schwerer, uns zu motivieren, wir sind weniger fokussiert und effizient bei der Arbeit. Dies wirkt sich auch spürbar auf das Ergebnis aus. Vielleicht werden Sie schneller reizbar gegenüber Kollegen oder Kunden. Aber soweit müssen Sie es nicht kommen lassen. Einen Teil des Stresses im Alltag machen wir uns selbst. Ebenso können wir aber durch bestimmte Verhaltensweisen auch unser Stresslevel senken. Vor allem der Morgen hat hierbei großen Einfluss. Die richtige Morgenroutine kann Ihnen hierbei helfen. Diese hilft den gesamten Tag entspannter zu gestalten, wieder fokussierter und motivierter zu werden. Also starten Sie den Tag in Zukunft mit mehr Gelassenheit, für einen besseren Arbeitsalltag!

 

Wozu ist Routine gut?

‘Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.’ Wer hat diesen Satz nicht schon einmal gehört?! Und tatsächlich, wenn wir uns oder unser Umfeld etwas genauer beobachten, können wir feststellen, dass wir sehr viele Rituale und Gewohnheiten im Alltag haben. Ebenso werden wir feststellen, dass nicht alle einen positiven Effekt haben, aber dennoch schwer abzulegen sind. Aber wieso ist das so? Kurz gesagt: Damit unser Gehirn nicht überlastet wird. (Sie möchten es genuer wissen? Dann klicken Sie hier.)

Wir sind täglich einer großen Anzahl von Reizen ausgesetzt, die unser Gehirn verarbeiten muss. Wir müssen Verstehen, Entscheiden, Erkennen usw. Um dies alles zu bewerkstelligen, müssen wir an anderen Stellen einsparen. Automatismen helfen uns dabei, Dinge zu tun, ohne darüber nachzudenken. Bis zu 50 Prozent unserer täglichen Aktivitäten verlaufen über Routinen. Eine Aktivität wird zur Gewohnheit, wenn sich entsprechende Verknüpfungen im Gehirn gebildet haben. Der Lernprozess beginnt, indem eine wiederkehrende Handlung zum Reiz wird, durch welchen bestimmte Botenstoffe ausschüttet werden und damit entsprechende Handlungen auslösen. Die dadurch frei gewordenen Gehirnkapazitäten helfen, Stress zu vermeiden, wenn es sich um positive Gewohnheiten handelt. Leider sorgen schlechte Gewohnheiten mitunter für noch mehr Stress im Gehirn. Jedoch sind sie schwer wieder loszuwerden, denn die entsprechenden Mechanismen sind nun ebenfalls tief in unserem Gehirn verankert.

 

Wie steht es um Ihre Morgenroutine?

Morgenroutine Dusche statt Chaos

Manchmal reicht schon eine entspannte Dusche, um etwas in sich zu gehen.

Ein großer Teil unseres Lebens ist also definiert durch Gewohnheiten. Auch oder gerade der frühe Morgen. Wenn wir noch gar nicht richtig “da” sind, laufen viele Aktivitäten wie auf Autopilot. So gesehen haben wir also alle bereits eine Morgenroutine, Automatismen, die jeden Tag gleich ablaufen. Jedoch sind diese nicht alle sinnvoll. Oft sind wir schon gehetzt, fühlen uns gestresst, wenn wir die Wohnung verlassen und bevor wir den Arbeitsplatz erreichen. Snoozen, bis es nicht mehr anders geht, hetzen wir ins Bad, vielleicht ist noch Zeit für einen Kaffee während wir uns anziehen oder wir holen uns unterwegs etwas zum Frühstück und essen es auf dem Weg zur Arbeit. Irgendwo zwischen Tür und Angel werden die ersten E-Mails gelesen oder geskyped, um etwas für den Nachmittag abzuklären. Mit Kindern potenziert sich das Ganze Chaos im Leben noch etwas.
Stopp! Das ist keine gute Morgenroutine. Um den Tag entspannt und gelassener, ja glücklich, zu beginnen, muss eine andere her.

 

Wie finden Sie Ihre richtige Morgenroutine?

Eine gute Morgenroutine sollte bewusst von Ihnen gewählt werden. Suchen Sie sich Aktivitäten, welche Ihrem Körper und Ihrer Seele gut tun, die entspannen und Energie geben, nicht rauben. Das ist bei jedem Menschen etwas anderes. Fällt Ihnen morgens aufstehen leicht, werden Sie eine andere Routine bevorzugen, als wenn Sie eher zu den “Eulen” gehören, also lieber länger schlafen.

Zunächst sollten Sie ein paar Überlegungen anstellen:

Yoga als Morgenroutine

Yoga am Morgen kann hilfreich sein – aber nicht für jeden.

  • Wie sieht Ihre derzeitige Routine am Morgen aus?
  • Was davon stresst Sie und raubt Ihnen Energie?
  • Was wünschen Sie sich von neuen Ritualen am Morgen (bessere Laune, mehr Motivation, Fokussierung)?
  • Welche Tätigkeiten können Ihnen helfen, dies zu erreichen?
  • Welche davon sind für Sie am Morgen realisierbar?

Seien Sie ehrlich zu sich selbst. Es bringt Ihnen nichts, sich Dinge vorzunehmen, die Sie mehr stressen, als zu entlasten. Nur weil eine Freundin auf eine halbe Stunde Yoga am Morgen schwört, muss das nicht das Richtige für Sie sein. Wichtig ist, dass es für Sie funktioniert, Sie sollen es täglich umsetzen und langfristig beibehalten können. Das erhöht auch die Erfolgsaussichten für ein gutes Gelingen. Nehmen Sie sich zu viel oder das Falsche vor, werden Sie nur gestresster und demotivierter, was häufig zum Aufgeben führt. Wählen Sie etwas Erreichbares und etwas, das sich gut anfühlt. Sie können Ihre Routine erweitern, wenn die neuen Tätigkeiten etabliert und automatisiert sind.

 

Grundsätzliche Do’s und Dont’s

Auch wenn jeder Mensch seine eigene Routine finden und etablieren muss, gibt es ein paar Grundsätze, die Ihnen helfen, die neue, individuelle Morgenroutine erfolgreich umzusetzen:

  1. Die erste Stunde nach dem Aufwachen ist die Wichtigste. Sie benötigen nicht mehr als 60 Minuten, um den Rest des Tages positiv zu beeinflussen.
  2. Eine gute Morgenroutine kann auch klappen, wenn Sie wenig Zeit haben am Morgen, auch mit Kindern.
  3. Nutzen Sie die erste Zeit (5 Minuten oder 50) direkt nach dem Aufwachen bewusst für sich. Verzichten Sie so lange auf Ihr Smartphone. Halten Sie inne, im Bett, bei einer Meditationseinheit oder einfach während einer ausgiebigen Dusche.
  4. Beginnen Sie bereits am Abend mit Ihrer Morgenroutine. Indem Sie schon Ihre Kleidung herauslegen oder eine To-Do-Liste für den nächsten Tag schreiben. Das verbannt diese Gedanken aus Ihrem Kopf und hilft auch, besser einzuschlafen.
  5. Helfen Sie Ihrem Kreislauf auf die Sprünge: Licht hilft das Schlafhormon Melatonin aus Ihrem Körper zu vertreiben, Licht und Bewegung beleben Körper und Geist.
  6. Klamotten rauslegen

    Um den Morgen entspannter zu starten, können auch am vorherigen Abend schon Dinge erledigt werden.

    Geben Sie Ihrem Körper Energie. Nach dem Aufstehen ein großes Glas Wasser trinken (wahlweise mit Zitrone, Ingwer) gibt Ihrem Körper wertvolle Flüssigkeit zurück, die er über Nacht verloren hat. Ein gesundes Frühstück in Ruhe eingenommen, gibt Ihnen Energie. Wer kein Frühstückstyp ist oder auch keine Zeit dafür erübrigen möchte, sollte sich auch nichts herunterzwingen. Dann lieber auf Arbeit etwas essen, jedoch nicht warten, bis Heißhunger einsetzt.

  7. E-Mails checken, Social Media – Aktivitäten und generell Ihr Smartphone sollte während Ihrer Morgenroutine tabu sein. Das Gleiche gilt für Arbeitsaufgaben. Alles, was Ihr Innehalten stört und Stress verursacht, ist für diese Zeit verbannt. Dafür ist der Rest des Tages da.
  8. Setzen Sie sich ein Tagesziel. Das kann etwas sein, was Sie auf Arbeit erreichen möchten oder auch “nur” mehr Gelassenheit.
  9. Zwingen Sie sich nicht. Falls Ihnen bewusst wird, dass eine Aktivität Ihnen nicht so hilft wie erhofft und Sie sich regelrecht zwingen müssen, streichen Sie diese.

Wenn Sie Ihre Vorsätze gefasst haben und wissen, welche neue Morgenroutine Sie etablieren möchten, fangen Sie an! Wie lange es braucht, bis Ihr Gehirn neue Verknüpfungen gebildet hat und die Aktivitäten zu Automatismen werden, ist individuell verschieden. Zu Beginn müssen Sie möglichst konsequent sein. Es benötigt zunächst Durchhaltevermögen. Machen Sie sich immer wieder klar, wir positiv eine gute Morgenroutine für Ihren gesamten Tagesablauf ist. Geben Sie auch nicht auf, wenn es einen Tag nicht so gut geklappt hat, sondern machen Sie einfach den nächsten Tag weiter. So lange, bis es irgendwann zur lieb gewonnen Routine wurde.

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